Geschichtlicher Hintergrund
Der schwedische Kavallerieoffizier Axel Graf Wrede Sparre wurde im Jahre 1731, als er in Paris wohnte, als Freimaurer aufgenommen.
Zusammen mit einigen adeligen Freunden, die ebenfalls im Ausland in Logen aufgenommen worden waren, führte er am 17. März 1735
die erste Logenarbeit in Stockholm durch und rezipierte seinen Schwager Carl Gustaf Graf Tessin. Es ist jedoch fraglich, ob Wrede
Sparre tatsächlich ein Patent von Paris erhalten hatte.
Nachweislich erwarb Carl Fredrik Graf Scheffer ein solches im Jahre 1737. Er wurde 1753 Landesgroßmeister der Johannisgrade und 1760
wurde unter ihm die Große Landesloge gegründet.
Carl Friedrich Eckleff, ein Beamter der Königlichen Kanzlei, führte das Hochgradsystem in Schweden ein. Er erhielt die Unterlagen
für die Ausarbeitung der Rituale aus Straßburg und Genf. Am 30. November 1756 stiftete er zusammen mit sechs anderen schottischen
Meistern in Stockholm die erste St. Andreasloge L’Innocente und am Weihnachtstag 1759 das Ordenskapitel, wobei er das Amt des
Kapitelmeisters bekleidete.
Im Jahre 1774 übernahm Herzog Carl (später König Carl XIII.) das Amt des Landesgroßmeisters und Kapitelmeisters. Herzog Carl
und seine Mitarbeiter führten sodann sowohl die Organisation der Administration und der Finanzen des schwedischen Freimaurer
Ordens, als auch die Bearbeitung der Eckleffschen Rituale durch.
Seitdem sind alle Könige bis zum Tod Gustaf VI. Adolfs im Jahre 1973 Großmeister gewesen. Neuer Großmeister wurde dann Seine
Kgl. Hoheit Prinz Bertil, der im Jahre 1997 starb. König Carl XVI. Gustaf ist Schirmherr der schwedischen Freimaurerei. Großmeister
ist Professor Anders Fahlman.
Das schwedische System und heutige Organisation
Das schwedische Freimaurersystem hat zwei besondere Charakteristika: 1. Bekenntnis zum Christentum, 2. konsequenter,
zusammenhängender Aufbau von Grad I – X. Die Grade des schwedischen Systems sind:
St. Johannisgrade
I St. Johannis-Lehrling
II St. Johannis-Mitbruder (= Geselle)
III St. Johannis-Meister
St. Andreasgrade
IV-V St. Andreas-Lehrling-Mitbruder
VI St. Andreas-Meister
Kapitelgrade
VII Hoch Leuchtender Ritter
VIII Höchst Leuchtender Ritter
IX Erleuchteter Ritter
X Hoch Erleuchteter Ritter
Und an der Spitze des Ordens
Höchst Erleuchteter Ritter und Kommandeur mit dem Roten Kreuz.
Der Prokurator des Großmeisters ist Vorsitzender des Höchsten Rates des schwedischen Freimaurer Ordens. Zur Zeit sind 71 Brüder
Inhaber des XI. Grades, die aktiven Beamten des Höchsten Rates eingerechnet. R&K
König Carl XIII. gründete 1811 einen Zivilen Orden, den Königlichen Orden Carl XIII., der nur an Freimaurer mit R&K verliehen wird.
Dem schwedischen Freimaurer Orden unterstellt sind folgende Einheiten:
- die Kapitel der 7 Provinziallogen in Schweden
- das finnländische Großkapitel (schwedischsprechende Finnländer)
- 1 Forschungsloge
- 2 Stewardslogen
- 25 Andreaslogen
- 50 Johannislogen
- 65 Brüdervereinigungen
Es gab im Jahre 2006 etwa 15 200 Brüder in dem schwedischen Freimaurer Orden (in Schweden und Finnland).
Der Meister vom Stuhl in den Johannis- und Andreaslogen ist meistens Inhaber des X. Grades und trägt bei Ausübung seines Amtes die
Auszeichnungen für seinen Grad. Das Gradband bzw. den Schurz des eigenen Grades trägt man in Schweden bei jeder Arbeit.
Kein Beamter darf mehr als 75 Jahre alt sein. Der Meister vom Stuhl und die anderen Beamten sind normalerweise bis zu maximal sechs
Jahren in einer Funktion tätig.
In einem schwedischen Logenhaus gibt es meistens eine Anzahl verschiedener Räume (Tempel, Säle), womit der intensive Eindruck
erreicht werden soll, den die Gradweihe dem Rezipienten verleihen will.
Nach dem schwedischen System arbeiten Freimaurer in Schweden/Finnland, Norwegen,
Dänemark und Island. In Deutschland anwendet eine Grossloge, Grosse Landesloge
der Freimaurer von Deutschland, Ritualen, die auf Akten aus 1760 von Carl Friedrich
Eckleff basiert sind, Ritualen die übrigens wenig Ähnlichkeit mit
dem Schwedischen Ritus haben.
Svenska Frimurare Orden
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